Die Lieder und Texte zum Sonntag Sexgesimae 2022

Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich?
Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich?

Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Stärke: Herr, erbarme dich?
Wandle sie in Stärke: Herr, erbarme dich?

Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Wärme: Herr, erbarme dich?
Wandle sie in Wärme: Herr, erbarme dich?

Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Heimat: Herr, erbarme dich?
Wandle sie in Heimat: Herr, erbarme dich?

Credo
Einige Glaubenssätze über das Walten Gottes in der Geschichte
Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

 

Wunderbarer König, / Herrscher von uns allen, / laß dir unser Lob gefallen.
Deine Vatergüte / hast du lassen fließen, / ob wir schon dich oft verließen.
Hilf uns noch, / stärk uns doch; / laß die Zunge singen, / laß die Stimme klingen.

Himmel, lobe prächtig / deines Schöpfers Taten / mehr als aller Menschen Staaten.
Großes Licht der Sonne, / schieße deine Strahlen, / die das große Rund bemalen.
Lobet gern, / Mond und Stern, / seid bereit, zu ehren / einen solchen Herren.

 

Lob Gott getrost mit Singen, frohlock, du christlich Schar!
Dir soll es nicht misslingen, Gott hilft dir immerdar.
Ob du gleich hier musst tragen viel Widerwärtigkeit,
noch sollst du nicht verzagen; er hilft aus allem Leid.

Dich hat er sich erkoren, durch sein Wort auferbaut,
mit seinem Eid geschworen, weil du ihm bist vertraut,
dass er sich lässet finden in aller Angst und Not;
er wird auch überwinden, die dich noch schmähn mit Spott.

 

Wo ein Mensch Vertrauen gibt,
nicht nur an sich selber denkt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.

Wo ein Mensch den andern sieht,
nicht nur sich und seine Welt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.

Wo ein Mensch sich selbst verschenkt,
und den alten Weg verläßt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.

 

Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen,
sondern überall uns zu dir bekennen.
Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.
Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

Keiner kann allein Segen sich bewahren.
Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen.
Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen,
schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.